Freitag, 1. Januar 2016

BEST OF 2015, Teil 1 - Die Filme

Doch zuerst: NACHTRÄGLICH ALLES GUTE IM NEUEN JAHR! Ich wünsche Euch von ganzem Herzen unvergessliche, schöne Momente, keine Angst, den Mut, den ihr zweifelsohne irgendwo/-wie/wann brauchen werdet, Liebe, Geborgenheit und - Gesundheit. Auf ein Neues und mit Euch!

Und, nun - *Räusper, Räusper und Blättersortier* - meine persönlichen 10 11 (Danke, Hr. Bützer!) cineastischen Favoriten des gerade vergangenen Jahres. Rein subjektiv, garantiert Hobbit-frei und durchaus mit einigen (noch) fehlenden Werken, auf die ihr dann ggff. noch ein Jährchen länger warten müsst. Oder anders ausgedrückt - Nein, DAS ERWACHEN DER MACHT habe ich noch nicht gesehen. Könnte aber bald passieren ...

(Da fällt mir ein: Vorsatz für 2015 - öfter ins Kino gehen; selbstredend ohne 3D-Zuschlag)

Und jetzt noch mal: *Räusper, Räusper und Blättersortier* usw. und ab geht's.


11. LAST DAYS HERE (2011) - Regie: Don Argott und Demian Fenton

Kennt ihr Darren Aronofskys REQUIEM FOR A DREAM (2000)? Erinnert ihr Euch an den Ekel, den Wahn, das Delirium - und wie schmutzig man sich nach der Ansicht gefühlt hatte? Und dennoch musste man eingestehen, ein ungeschönt-hartes Meisterwerk gesehen zu haben; etwas, das man trotz des internen Widerwillens sehen musste, etwas, das dich gefangen nimmt und dir neue, womöglich (hoffentlich) unbekannte Welten offeriert. Und nun stellt euch diese nicht unbedingt lebensbejahende Melange um, sagen wir, den Faktor zehn erhöht vor und, voilà, habt ihr LAST DAYS HERE. Mit dem Unterschied, dass dort alles echt ist. Die Geschichte des PENTAGRAM-Frontmans Bobby Liebling, seit Gott weiß wie vielen Jahren Heroinabhängig (ich glaube 39 sind's), der im Keller seiner Eltern ve-ge-tiert (anders kann man's nicht beschreiben) wie ein mißhandelter Straßenköter, beide Arme komplett zerkratzt hat, weil er davon überzeugt ist, unter seiner Haut würden Käfer kriechen und im Grunde mehr tot denn lebendig ist. Bis sich Fan Sean Pelletier (der später zum PENTAGRAM-Manager aufsteigt), Bobby ausfindig macht und sich den Arsch aufreißt, um Liebling zurück ins Reich der Lebenden zu führen. Es ist eine gleichermaßen schockierende wie berührende Dokumentation, ohne Filter, ohne Pathos. Per Zufall eines Samstagsabends auf zdf.kultur erwischt, nach 5 Minuten gefesselt. Warum es den Film (bislang) noch nicht auf DVD bzw. Blu Ray gibt - ein Rätsel, angesichts von so viel Müll, der die Märkte hierzulande überschwemmt. ABER: ihr könnt den kompletten Film auf vimeo schauen! >>Hier<<



10. NIGHTCRAWLER - JEDE NACHT HAT IHREN PREIS (2014) - Regie: Dan Gilroy

DRIVE und die Folgen - auch noch 5 Jahre später. NIGHTCRAWLER schlägt (fast) in die gleiche Kerbe wie Nicolas Winding Refns Meisterwerk mit seinem Neo-Noir-Grundton, der Stringenz und vor allem jener Parallelwelt namens Los Angeles bei Nacht. In einer seiner besten, womöglich sogar der besten Rolle seiner Karriere, portraitiert Jake Gyllenhaal einen im Grunde gleichermaßen arbeits- wie orientierungslosen Mann, der per Zufall auf einen Video-Reporter stößt, der sich seinen Lebensunterhalt mit dem Filmen von Unfällen und Verbrechen jeglicher Couleur verdient und ihm fortan nacheifert - mit steigendem Erfolg und steigender Obsession ...
Krimi, Thriller, Gesellschaftskritik, eine zynische Auseinandersetzung mit den Sensationsmedien ... NIGHTCRAWLER beackert überzeugend jedes einzelne dieser Felder, bleibt konsequent und hallt noch lange nach der Sichtung nach. Großartig!



9. JOHN  WICK (2014) - Regie: Chad Stahelski und David Leitch

Ich liebe gut gemachte Rachefilme; ein paar meiner Alltimefaves sind aus dieser Gattung, z. Bsp. KILL BILL I+II (2003/04) und der wunderbare PAYBACK - ZAHLTAG (1999). Und, ganz ehrlich - je badassiger, desto besser. Da lege ich gerne die Erbsenzähler- und Haar-in-der-Suppe-Mentalität ab und lasse mich einfach. Drauf. Ein. Schließlich will man ja unterhalten werden. JOHN WICK ist genau diese Art von Film. Ein, seit einer gefühlten halben Ewigkeit wieder mal hervorragend aufspielender Keanu Reeves (dessen, durchaus limitierte Schauspielfähigkeiten hier auf den Punkt eingesetzt werden resp. in sein Alter Ego einfließen), eine geradlinige, schnörkellose Story, geile, mitunter beeindruckend choreographierte Actionsequenzen, die erwähnte Badassigkeit (sind ja alle Profis) und einen Bodycount, irgendwo im dreistelligen Bereich. Auch wenn JOHN WICKS Rachefeldzug gelegentlich den Hauch eines Videospiels versprüht, der Adrenalin- und Action-Junkie in mir fand sich zufrieden grinsend wieder und freut sich auf die angekündigte Fortsetzung.



8. MARA UND DER FEUERBRINGER (2015) - Regie: Tommy Krappweis

Ein deutscher Fantasyfilm. Für Jugendliche und Jung gebliebene. Ich weiß, was ihr denkt - und ihr habt auch durchaus Recht. Das kann nicht funktionieren, wie ein Großteil des deutschen Filmbetriebs höchstselbst. Aus dem Grunde sind mir auch die meisten YA-Filme und -verfilmungen ein Dorn im Auge. Weil sie Kinder und Jugendliche im Kern nicht Ernst nehmen - und die Erwachsenen auch nicht. Weil sie sich nicht trauen, auch mal böse Wörter einzustreuen; weil sie glauben, jeder Nicht-Erwachsene bekommt einen Schock für's Leben, wenn er mal etwas Blut zu sehen kriegt und, vielleicht vor allem: weil die Regisseure besagter Filme überwiegend der Meinung sind, dass politische Korrektheit und der damit verbundene Konformismus etwas Gutes sind. Beste Beispiele: TWILIGHT und HARRY POTTER. Gegenentwürfe? Ich sag' mal aktuell DIE TRIBUTE VON PANEM, DIE UNENDLICHE GESCHICHTE, STAND BY ME - DAS GEHEIMNIS EINES SOMMERS und, natürlich DIE GOONIES. Mit den letzten drei Filmen bin ich groß geworden und, auch wenn es Quellen gibt, die's anders sehen - verkorkst hat's mich nicht; im Gegenteil. Und ich glaube, dass Tommy Krappweis mit den gleichen Filmen gefüttert wurde, anders kann ich mir diese Leichtigkeit, diesen Spaß, diese Kitsch- und Klischeefreiheit nicht erklären. Außer, natürlich, dass Tommy obendrein ein exzellenter Komiker ist und ich vor diesem Berufzweig eh' den Hut ziehe. Die wissen nämlich wie Timing geht - und sind im Herzen eh zumeist die besseren 'ernsten' Darsteller. Außerdem: wann bekommt man wieder mal einen Christoph Maria Herbst als Loki zu sehen? Wann eine Eva Habermann außerhalb einer Rosamunde Pilcher-Verfilmung? Und über die Spielfreude von Esther Schweins und Jan Joseph Liefers will ich erst gar nicht parlieren, wobau auch Protagonistin Lilian Prent als Mara ihren Part ganz hervorragend meistert. Sozusagen besprinkelt mit einem guten Plot (Raganrök! Yeah!) und Effekten, die NICHT wirken, wie die Wochendendarbeit eines Achtklässlers macht dieser Film von Anfang bis Ende Laune und kann auch behaupten, oben genannte Zielgruppen vollends zu befriedigen (okay, DIE Wortwahl war vielleicht nicht so der Bringer). Das der Streifen an der Kinokasse so dermaßen gefloppt ist, ist einerseits traurig, andererseits wundert's mich nicht, so verdummt unsere Geselschaft zu großen Teilen dank den Fischers und Unheiligs dieser Welt geworden ist. 



7. 5 ZIMMER KÜCHE SARG (2014) - Regie: Jermaine Clement und Taika Waititi

So gerne ich gut gemachte Komödien konsumiere, so oft mache ich einen Bogen um besagtes Genre. Denn richtig gute, im Fluß befindliche und nicht auf RTL II-Niveau angesiedelte Flachrevuen sind verdammt rar gesät. 5 ZIMMER KÜCHE SARG ist Ausnahme und Überraschung zugleich. Im Grunde hat die Handlung - Kamerateam folgt dem Leben und Unleben innerhalb einer Vampir-WG - nicht viel zu bieten, aber die Art und Weise wie Found Footage-Filme und so ziemlich jedes Vampirklischee komplett durch den Kakao gezogen werden, ist einfach von vorne bis hinten ein riesiger Spaß. Und natürlich bleibt es nicht nur bei Vampiren ... Subversiver Quatsch, den man einfach mögen MUSS!



6. JAMES BOND 007: SPECTRE (2015) - Regie: Sam Mendes 

Ein Budget von schlappen 300 Millionen US-Dollar. DEN ultimativen Bösewicht mitsamt DER ultimativen Terrororganistation. Einen zweifachen Oscargewinner als Gegenspieler ... Klar, dass nach SKYFALL (2012) die Ansprüche gigantisch waren, was den kommenden Bond betrifft. Gottlob waren die Produzenten klug genug, erneut auf Sam Mendes als Regisseur zu setzen. Der Mann hat das Franchise und damit auch die Filme zurück auf's richtige Gleis geführt, wenngleich die Bondgucker-die-Bond-nur-aus-den-Filmen-kennen Zeter und Mordio schimpfen. Ich kann's nachvollziehen. Bei Mendes ist das Tempo anders und im Grunde auch die Gattung. Aus den Actionspektakeln sind wieder handwerklich exzellente Thriller geworden, die Ian Flemings literarischen Vorlagen nur in wenig nachstehen. Auch wenn man im Falle von SPECTRE durchaus an der kurz vor'm Lächerlichen-Megalomanie vergangener Episoden kratzt (ihr wisst schon: Higher! Better! Faster!) bleibt ein solider Bond zurück, der leider zu viel will und das binnen zu kurzer Zeit. Zwei Filme wären ob der Offenbarung besser gewesen. Dafür war ich beeindruckt, wie clever die Macher längst verschlissene Überklischees neu aufgriffen, der Gegenwart anpassten - und beängstigend sie ebendort hinpassen. Sehr gut, aber mit Luft nach oben. (Merke: schlechte Bond-Filme gibt es nicht!)



5. MISSION IMPOSSIBLE 5 - ROGUE NATION (2015) - Regie: Christopher McQuarrie

Vor ein paar Jahren gab's diese Konstellation schon einmal: Bond vs. Ethan Hunt. Damals war ich skeptisch ob SKYFALL gegen M:I IV - PHANTOM PROTOKOLL (2011) anstinken konnte (Burj Khalifa!), doch letzlich kam 007 als Sieger hervor. Diesmal - nicht. Einfach, weil sich ROGUE NATION abermals steigert, trotz bekannter und vertraut-modifizierter Szenarien und einer nicht unbedingt entwaffend neuen Story, obgleich es diesmal wirklich um so ziemlich ALLES geht. Christopher McQuarrie, der Cruise bereits in JACK REACHER (2013) fantastisch in Szene gesetzt hat, hat weder sein Handwerk verlernt noch gerät er ob des weitaus größeren Budgets ins Straucheln. Wie schon im letzten Jahr gilt folgender Satz: Im Privatleben mag Herr Cruise ordentlich einen am Rennen aben, synchron produziert er aber auch in unheimlicher Regelmäßigkeit richtig geilen Scheiß.
Möglich, dass ich diese Worte auch 2017 wiederholen muss ...



4. ANT-MAN (2015) - Regie: Peyton Reed

So überladen AVENGERS - AGE OF ULTRON wahr, so Spot-on-richtig präsentiert sich ANT-MAN, ein Projekt, welches seit mindestens einem Jahrzehnt im Developement Hell steckte, eigentlich Edgar Wrights Baby war ehe im vorletzten Jahr die Karten komplett neu gemischt wurden. Was ich bis zu einem gewissen Grad auch verstehen kann. Denn, sosehr ich Wrights Stil mag, seine nerdig-detaillierte ADHS-Weise Filme zu drehen, sie ist nicht unbedingt jedermanns Sache und hätte einem Origin-Film á la ANT-MAN nur geschadet. Erneut machen Marvel, Studio-Chef Feige und eben Reed praktisch alles richtig, indem sie die Zwänge einer 'klassischen' Superhelden-Story abstreifen und stattdessen etwas drehen, das zwar im Kern noch immer Superheld ist, sich aber erfrischend anders anfühlt. Nämlich wie Gauner-Komödie, mit einem leicht trotteligen, aber sehr sympathisch-überzeugenden Helden (endlich bekommt Paul Rudd eine maßgeschneiderte Rolle - und 'nen maßgeschneiderten Anzug), der auch den etwas dröge rüber kommenden Antagonisten (Corey Stoll) vergessen lässt. Wie gesagt, der Humor: großartig getimt, die Effekt zum Zungeschnalzen (DA azkeptiere ich 3D!) und Evangeline Lilly hat mich mit dem sehr schönen Mid-Credit-Einsprengsel nicht, ähm, befriedigt, aber ungeduldig gemacht. Schließlich wusste ich ja, was Hope van Dynes Schicksal sein wird ...



3. KINGSMAN - THE SECRET SERVICE (2014) - Regie: Matthew Vaughn

Seit KICK-ASS (2010) bin ich bekennender Anhänger von Matthew Vaughn und Drehbuchautorin Jane Goldman. Wenn die beiden was ausbaldowern, dann kann's nur gut werden. Und bisweilen sehr subversiv, anarchisch, respektlos, atemberaubend und blutig. Dinge, die den meisten eierlosen Regisseuren leider flöten gegangen sind und welche der Kinobetrieb dringender braucht als 3D und technische Revolutionen. (Wieder mal) basierend auf einer Vorlage des fantastischen Comicautors Mark Millar, hat Vaughn gleichermaßen liebevolle Hommage und augenzwinkernd-umstürzende Abrechnung mit dem Agentenfilmgenre per se gemacht, ebenso wie einen Klassenkampf der anderen Art. Mit beeindruckend leichter Hand inszeniert, großartigen Darstellern (Colin Firth als Actionstar! Yeeha!) und einem der besten und heftigsten ungeschnittenen Einstellungen der Filmgeschichte (man könnte es auch 'Massaker' nennen), macht dieser Filme Laune wie seinerseit KICK-ASS. Fortsetzung. Muss. Sein!



2. INTERSTELLAR (2014) - Regie: Christopher Nolan

Ich glaube, Mister Nolan ist wirklich nicht imstande, einen veritablen Scheißfilm zu drehen (anders als gewisse Neuseeländer und so). Ich für meinen Teil bin jedenfalls stets gespannt wie ein Flitzebogen, wenn Nolan ein neues Projekt ankündigt - denn stets versorgten seine Werke sowohl den Geist wie auch das Auge mit köstlicher, wertvoller Nahrung. Soll heißen: er macht Filme für Hirn und Herz. Von all seinen Filmen halte ich INTERSTELLAR womöglich für den (ge-)wichtigsten, da er Dinge mit authentischer Leidenschaft vorträgt, die ich ebenfalls für wichtig und unerlässlich halte: Quantenphysik, der Aufbruch zu den Sternen, unser Weg als Menschheit; psychisch wie physisch, Astrophysik und ... Liebe. Und genau darüber haben sich viele aufgeregt: über die Liebe als Treibstoff von Mensch und Universum; als universelle Kraft, die sogar über die Dimensionen hinaus gehen kann. Dem kann ich nicht zustimmen. Wer noch nie geliebt hat, geliebt wurde, wer den Schmerz des Verlustes ob eines geliebten Menschen noch nicht erlitten hat - der hat in gleichen Maßen keine Ahnung wie er nicht vollständig gelebt hat. Mich berührte dies zutiefst, doch darüber hinaus ist INTERSTELLAR - der übrigens zu großen Teilen old-fashioned gedreht wurde (z. Bsp. mit echten Modellen!) - visionär, leidenschaftlich, inspirativ, atemberaubend - kurzum: ein Meisterwerk und für mich sogar das bessere 2001.



1. MAD MAX: FURY ROAD (2015) - Regie: George Miller 

Ein Wort: Wow. W-O-W. Bereits der Trailer riß (nicht nur) mich vom Hocker: Endzeit, schmutzig, gemein, geradeaus, keine Kompromisse. Wo Miller von fast vierzig Jahren, während des Drehs zum ersten Auftritt von Max Rockatansky einen Teil der Crew mit Bier bezahlen musste, stand ihm diesmal eine dreistellige Millionensumme zur Verfügung, der er mehr als nur zu nutzen wusste. Mag MAD MAX: FURY ROAD inhaltlich fast nur auf das Wesentliche reduziert sein, ob schafft es besagter Minimalismus mit wenigen Einstellungen und noch weniger Worten ein world-building zu betreiben, wofür andere Regisseure mindestens eine Trilogie benötigen - OHNE dabei entfremdet zu wirken. Das erdige B-Movie-Aroma; es ist noch da. MAD MAX ist nicht Hype, dafür aber ehrliche, unfassbar gute, (fast) ohne CGI daher kommende Achterbahnfahrt der Superlative, wortkarg aber dank der genialen Schnitte und Colorationen von unglaublicher Schönheit; es ist das blanke Gesäß in die Fratze der Seelenlosen, die längst ihre Kreativität für ein Wohlstandsbäuchlein oder ein paar Dollar mehr hergegeben haben, die Jacksons, die Bays, die Andersons (Paul W.S.), die Luhrmans, (leider auch) die Camerons, es ist die jugendliche Let's-rock-this-Joint-Mentalität eines 70jährigen, der stets zu neuen Ufern aufbrach, synchron dazu aber nie seine Wurzeln vergessen hat.
Kurzum: ein Klassiker, ein Stück Filmgeschichte. 
Dieser grimmig-geniale Endzeit-Western will aber nicht bloß mehr sein als reines Adrenalin für die Actionsüchtigen dort draußen; er ist es auch. Unter der rauen, sandgestrahlten Schale liegt Millers - vollkommen berechtigte - Verehrung für das wahre starke Geschlecht, für die Leben spendende Frau, stolz, aggressiv, klug und alles andere als ein Sex-Spielzeug oder eine bloße Gebärmaschine. Sogar der Antagonist weiß dies, auch wenn er es nicht zugibt - geht es nicht vielen 'richtigen' Männern genau so? Die großartig-wunderhübsche Charlize Theron (mit Kurzhaarschnitt) gibt den Maschismen Kontra, ohne dabei unglaubwürdig oder brachial zu wirken. Sie. Gibt. Dem. Helden. Kontra. Und dies auf authentische, gute, richtige Art - ohne erhobenen Zeigefinger. Taten statt vieler Worte. Feminismus der im Film immer noch viel zu selten richtig platziert und richtig dargestellt wird. Selbstredend kann man MAD MAX: FURY ROAD gerne auch als atemloser, nie langweilig werdender, authentisch-handwerklich echten Actionmeilenstein ansehen; als ein Film, der zeigt, was die wahren Kinofreunde in Zukunft wirklich wollen.
Oder, um Herrn molosovsky zu zitieren: "Oh, what a movie! What a lovely movie!!!"
Ob der neue STAR WARS damit stand halten wird? Ich bin gespannt ...









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