Freitag, 23. Dezember 2011

Best of 2011 - Teil 1 (Filme)

Jou, es ist wieder soweit. Das Jahr 2011 ist wie im Fluge vorbeigezogen (fast schon ZU schnell), es wurde viel gelesen/gehört/gesehen - nicht nur, aber auch von mir. Was zu jenem Ritual führt, welches sich schon in meinem alten Blog reger Interesse beziehungsweise emsiger Diskussion erfreute: meinen persönlichen Bestenlisten des so gut wie abgelaufenen Jahres. Freilich handelt es sich dabei um rein subjektive Listen, in denen sich mitunter auch Werke aus früheren Jahren befinden können, welche ich aber in besagtem Jahr konsumiert habe. Alles klar? Dann stürzen wir uns doch gleich in den ersten (von drei) Teil meines Best of's - Filme. Und da muss ich sagen, dass - aus meiner Sicht - 2011 ein doch eher schwaches Jahr war, wenngleich ich ironischerweise mehr Streifen sichtete als jemals zuvor. Ungefähr 120 habe ich gezählt. Letzten Endes erwiesen sich aber die meisten als Enttäuschungen; waren zu einfallslos oder hatten keinen Biss (besonders die Komödien). Dabei hatte 2011 so gut angefangen wie ihr gleich lesen werdet:

1) BLACK SWAN

Mein erster Kinogang des Jahres - und was für einer. Der brillante Darren Aronofsky verlegte das klassische Jekyl & Hyde-Thema ins Ballett und die nicht minder brillante Natalie Portman gibt die Vorstellung ihres Lebens, für den es konsequenterweise auch den Oscar gab.


2) SUCKER PUNCH

"Näh, ohne mich!", stöhnte meine Kinobegleitung, nachdem ich von Zack Snyders neuester Regiearbeit förmlich geflasht war. Also auf die Heimkinoverwertung harren - und Bauklötze staunen. Die eigenliche Story mag simpel sein und mehr Computerspiel als Dialog ... aber dieses unfassbar coole Design! Asiatische Dämonen mit MG's, Steampunk-Zombies im Ersten Weltkrieg, Drachen, ferne Welten ... diese Wucht raubt einem den Atem!

3) CAPTAIN AMERICA - THE FIRST AVENGER

Das Warten auf Marvels Superhelden-Klassentreffen wird definitiv zur Bewährungsprobe - dank ebendiesem Film. Joe Johnson hat ja schon mit "The Rocketeer" bewiesen, dass er's kann - und immer noch draufhat. Hier ergeben Action, Story und Dieselpunk-Design eine stimmige Mischung, die sich gottlob nicht allzu ernst nimmt. Und das Hugo Weaving endlich mal wieder einen überlebensgroßen Schurken mimen durfte, macht's noch schöner.

4) SCOTT PILLGRIM GEGEN DEN REST DER WELT

Die womöglich beste Computerspiel-Adaption, die gar keine ist. Ein völlig entfesselter Edgar Wright lässt hier einen Tornado von der Kette, der mit mehr Originalität und Insider-Gags aufwartet als ein Dutzend ähnlich gearteter Filme - kein Wunder also, dass es für letzteres sogar eine Extra-Untertitelung auf der DVD/Blu Ray gibt!

5) DER BIBER

Irgendwie hat man nach Beendigung dieses Films das Gefühl, als ob sich Mel Gibson bei der Welt entschuldigen wollte. So oder so: sein Part als depressiver Chef einer Spielzeug-Fabrik ist absolut überzeugend, ebenso das niemals pathetisch wirkende Skript oder Jodie Fosters Regiearbeit. Traurig, humorvoll und nachdenklich.

6) HOT TUB TIME MACHINE

2011 war ein Jahr der schlechten Komödien. "Bridesmaids?" Der absolute Hype und trotz Kristen Wiig nicht lustig. Ebenso "Bad Teacher." Oder - aber nicht ganz so schlimm - "Hangover 2." Aber zum Glück kam mit dieser wilden, völlig enthemmt daherkommenden Partie ein Streifen daher, der beweist, dass es da draußen noch immer Leute gibt, die was von Humor verstehen.

7) WIE DAS LEBEN SO SPIELT

DIE Überraschung in meiner Liste. Ja, Kathrin Heigl spielt hier ihre Standardrolle. Und ja, der Film ist so vorhersehbar wie sonst was. Aber Heigl und ihr Drehpartner Josh Dushamel agieren sehr überzeugend innerhalb einer Geschichte, die überraschend lebensnah und ständig in Bewegung ist.

8) MONSTERS

Für'n Appel und `n Ei inszenierte Gareth Edwards einen gleichermaßen surrealen wie verträumten SciFi-Roadtrip und spielt sehr überzeugend mit Themen wie Verfremdung und Vorurteilen. Ganz großes Kino!

9) RESIDENT EVIL 4 - AFTERLIFE

Ganz recht: Paul W.S. Anderson hat es in diese Liste geschafft. Einfach, weil er scheinbar doch rasanten, coolen und diesmal extrem blutigen Kintopp fabrizieren kann, der mit halber Hirnleistung einfach Laune macht.

10) THE ROAD

Die Buchvorlagen sind eh besser als die Verfilmungen? Dann kennt ihr dieses Werk noch nicht. Der Australier
John Hillcoat fängt die Stimmung von Cormac McCarthys Roman mit beeindruckenden Aufnahmen ein, die man so bislang eher selten zu sehen gekriegt hat. Wie das Buch geht die Reise durch eine sterbende Welt und die Aufopferung eines Mannes zu seinem Sohn unter die Haut.

11) BURIED - BEGRABEN

90 Minuten in einem Sarg - und unglaubliche Spannung. Manchmal braucht es nicht viel mehr, um einen grandiosen Thriller zu inszenieren - inklusive einem Ende, das dir den Boden unter den Füßen wegreißt.

12) X-MEN: FIRST CLASS

Matthew Vaughn zeigte ja schon letztes Jahr mit "Kick-Ass", dass er's drauf hat. Insofern war seine Anstellung als Regisseur für den X-Men Reboot gleichermaßen konsequent wie richtig. Und auch mit deutlich größerem Budget und jeder Menge exzellenter Mimen behält Vaughn den Überblick beziehungsweise überrascht mit jeder Menge grandioser Schauwerte und einer tollen, wenngleich nicht immer akkuraten Story.

13) PLANET DER AFFEN - PREVOLUTION

Ich sah schwarz, als die Reboot-Welle schließlich auch dieses Franchise ins Visier nahm - eine meiner Lieblings-Filmreihen. CGI statt Masken? Und diese, mitunter ziemlich nihilistische Grundeinstellung der Originale? Aber gottlob ist der Neustart perfekt geglückt. Andy Serkis als Computer-Affe und haariger Revoluzzer Caesar macht es möglich, dass man computergenerierte Hauptdarsteller womöglich in nicht allzu ferner Zukunft auch mal für diverse Auszeichnungen nominiert, und die düstere und ungemein clever arrangierte Neuerzählung atmet mitunter die selbe Grimmigkeit, welche schon die ersten fünf Filme verströmt haben. Intelligente, mitreißende und überraschend düstere Science-Fiction.

Das war also der erste Teil. Viele - mitunter hochgelobte - Streifen haben's nicht geschafft (etwa "True Grit", den ich einfach langweilig fand oder "Paul", dem einfach der rechte Biss fehlte), was mich wieder zu meiner Meinung zurückkehren lässt, dass die vergangenen 12 Monate cinematographisch eher schwach waren. Umso größer meine Hoffnungen für's kommende Jahr: "Der Hobbit", "The Expendables 2", "The Dark Knight rises", "Prometheus", "007 - Skyfall", "The Avengers" - da gibt es jetzt schon einiges, auf das ich mich freue. Hoffen wir, dass diesmal auch die Erwartungen erfüllt werden.

Kommentare:

  1. Paul habe ich gesehen. Das war wirklich ein schwacher Film und den würde ich nicht weiterempfehlen.
    Ansonsten nehme ich deine Liste einfach mal als Hinweis, mir den ein oder anderen Film 2012 zu Gemüte zu ziehen. Ich habe sie nämlich fast alle verpasst.

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  2. Ich hoffe, dass etwas Brauchbares dabei ist - Geschmäcker sind ja bekanntlichh verschieden. Das ich Resident Evil etwa gutfand, wurde prompt von diversen Seiten mit verständnislosem Kopfschütteln goutiert. Auf jeden Fall viel Spaß beim Gucken!

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